Wände · 6 Min. Lesezeit

Raufaser überstreichen oder entfernen? Wann sich was lohnt

Raufaser ist der Klassiker an deutschen Wänden – robust, günstig und verzeihend gegenüber kleinen Unebenheiten. Irgendwann stellt sich aber die Frage: noch einmal überstreichen oder besser komplett herunter? Beides hat seine Berechtigung. Entscheidend ist der Zustand der Wand.

Warum Raufaser so lange hält

Raufaser ist eine Papiertapete mit eingearbeiteten Holzfasern, die für die typische Struktur sorgen. Diese Struktur kaschiert feine Risse und kleine Unebenheiten im Putz und lässt sich viele Male überstreichen. Genau das macht sie so beliebt: Ein frischer Anstrich bringt eine in die Jahre gekommene Wand oft in wenigen Stunden wieder auf Vordermann – ohne dass die Tapete angetastet werden muss.

Wann Überstreichen die richtige Wahl ist

Überstreichen ist die schnelle, saubere und günstige Lösung – vorausgesetzt, die Grundlage stimmt. Dafür sprechen:

In diesem Fall ist ein frischer Innenanstrich mit gut deckender Wandfarbe die wirtschaftlichste Variante. Welcher Farbton und Glanzgrad zum Raum passt, klärt der Ratgeber Wandfarbe auswählen.

Wann sich das Entfernen lohnt

Irgendwann ist Überstreichen nicht mehr die bessere Wahl. Für ein Entfernen spricht:

Wird ohnehin renoviert – etwa beim Einzug oder vor der Übergabe einer Wohnung –, ist der Moment günstig, um alte Raufaser gleich zu entfernen und den Untergrund neu aufzubauen. Danach steht jede Gestaltungsvariante offen.

Worauf es beim Untergrund ankommt

Ob überstreichen oder entfernen – die Wand darunter entscheidet über das Ergebnis. Vor dem neuen Anstrich prüfe ich, ob die Tapete wirklich überall haftet, und bessere lose Stellen aus. Beim Entfernen zeigt sich erst, wie der Putz darunter aussieht: Häufig muss gespachtelt, geschliffen und grundiert werden, bevor neu tapeziert oder glatt gestrichen werden kann. Dieser Zwischenschritt wird gern unterschätzt, macht aber den Unterschied zwischen „hält ein Jahr“ und „hält ein Jahrzehnt“. Mehr zur Vorbereitung steht im Vergleich Tapezieren oder streichen?

Kurz zusammengefasst

Sitzt die Raufaser fest und ist die Struktur intakt, ist Überstreichen die schnelle und günstige Lösung. Löst sie sich, ist sie zu dick zugestrichen oder soll die Wand glatt werden, lohnt das Entfernen – auch wenn es mehr Aufwand bedeutet. Im Zweifel schaue ich mir die Wand beim kostenlosen Vor-Ort-Termin an und sage Ihnen ehrlich, was sich rechnet.

Wie oft kann man Raufaser überstreichen?

In der Praxis meist etwa fünf- bis achtmal, solange die Tapete fest sitzt und die Struktur noch erkennbar ist. Grobe Raufaser hält mehr Anstriche aus als feine. Wichtiger als eine feste Zahl ist der Zustand: Sobald sich die Tapete an Kanten löst oder die Struktur unter der Farbe verschwindet, ist die Grenze erreicht.

Woran erkenne ich, dass die Raufaser runter muss?

An sich lösenden Nähten und Kanten, an Blasen oder Wellen, an Wasser- oder Nikotinflecken, die durchschlagen, und daran, dass mehrere Farbschichten die Struktur bereits zugesetzt haben. Auch wenn ein glattes Ergebnis oder ein Tapetenwechsel gewünscht ist, führt kein Weg am Entfernen vorbei.

Kann ich Raufaser einfach selbst entfernen?

Grundsätzlich ja – mit Anfeuchten und Spachtel geht es, ist aber mühsam und je nach Untergrund unterschiedlich hartnäckig. Sitzt die Tapete sehr fest oder reißt der Putz darunter mit, lohnt sich fachliche Hilfe, damit die Wand hinterher wieder tragfähig und glatt ist.

Muss ich überstrichene Raufaser vorher grundieren?

Meist genügt es, sauber und trocken zu arbeiten. Eine Grundierung ist sinnvoll, wenn stark saugende Stellen, Flecken oder ein kräftiger Farbwechsel im Spiel sind. Bei durchschlagenden Wasser- oder Nikotinflecken ist eine isolierende Grundierung nötig, sonst zeigen sie sich im neuen Anstrich wieder.

Weiterlesen: Tapezieren oder streichen? · Tapezierarbeiten · alle Ratgeber-Artikel

Wand prüfen lassen

Überstreichen oder erneuern – ich schaue es mir an.

Beim kostenlosen Vor-Ort-Termin beurteile ich den Untergrund und sage Ihnen, welche Lösung sich lohnt – in Achim, Verden, Thedinghausen, Bremen und Umgebung.